
Jugendmedienarbeit zwischen Distanz und Dialog
Wie sollte man jungen Menschen in Kultur- und Medienprojekten begegnen, die sich abwertend gegenüber anderen äußern, diskriminierende Sprüche für normal halten oder bewusst provozieren? Wann ist Widerspruch oder vielleicht sogar ein Ausschluss nötig?
Die Online-Fachkonferenz wirft einen Blick auf unterschiedliche demokratiefeindliche Strömungen. Sie zeigt, wie sich junge Menschen auf der Suche nach Zugehörigkeit und politischer Orientierung mittels emotionaler Ansprache im digitalen Raum schrittweise radikalisieren. Impulse aus Forschung und Praxis verdeutlichen, mit welchen Themen, Symbolen und Strategien die Akteure vorgehen und welche Präventionsstrategien Fachkräfte ins Spiel bringen können. Teilnehmende erhalten dazu Handlungsempfehlungen sowie Hinweise für weitere Unterstützung. Zudem besteht Gelegenheit eigene, anonymisierte Fälle einzubringen.
Die Veranstaltung richtet sich an Fachkräfte aus Kultureller Bildung, Medienbildung, Kinder-, Jugend- und Schulsozialarbeit, Migrant*innenselbst- und Freiwilligenorganisationen, die ihre Handlungssicherheit im Umgang mit antidemokratischen Phänomenen in der Kinder- und Jugendarbeit erhöhen möchten. Sie findet mit Unterstützung der Stiftung Digitale Spielekultur statt.
Flyer ProQua Online-FK 10.9.2026_web
Programmablauf, 10.9.2026
9:45 Uhr
Ankommen und digitales Onboarding
10:00 Uhr
Begrüßung
Heike Herber-Fries, Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW
Niels Boehnke, Leiter Bildung, Stiftung Digitale Spielekultur
10:10 Uhr
Vortrag
Pixel, Propaganda und Gewalt: Radikalisierungsdynamiken im Gaming-Bereich erkennen und verstehen
Constantin Winkler, Researcher im Projekt RadiGaMe, Peace Research Institute Frankfurt / Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung
10:30 Uhr
Fragen & Austausch
10:45 Uhr
Vortrag
Good Gaming: Spielräume für Demokratie, Vielfalt und Teilhabe
Severin Schwalb, Bildungsreferent im Projekt „Good Gaming Support“, Amadeo Antonio Stiftung
11:05 Uhr
Pause
11:15 Uhr
Projektvorstellung und gute Praxis
Mitbestimmen statt nur mitspielen – Cubix als demokratischer Erfahrungsraum in Minecraft
(Dieter Baacke Preis 2025)
Brigitta Wortmann, medienpädagogische Projektleitung Cubix, Wortmann Medienwerkstatt
11:45 Uhr
Mittagspause
12:15 Uhr – 13:15 Uhr
Parallele Themenforen 1-3
1. Hass und Extremismus in Gaming- und Meme-Kultur: Wie Demokratie- und Menschenfeinde junge Menschen online erreichen und was man dagegen tun kann
Ob „lustige“ Sharepics, die den Holocaust leugnen oder dschihadistische Apps, mit denen Kinder spielerisch Arabisch lernen sollen: Extremist*innen nutzen Mittel und Räume des Gamings oder humorige Formate der Social-Media-Welt – zu Selbstdarstellung, zur Verbreitung ihrer Weltsicht oder gar zur Manipulation und Rekrutierung von Kindern und Jugendlichen. Im Rahmen des Themenforums werden Beispiele für demokratie- und menschenfeindlichen Ansprachen präsentiert, untersucht, wie und weshalb sie „wirken“ und welche Möglichkeiten es gibt, ihnen zu begegnen.
Dr. Bernd Zywietz, Leiter Bereich Politischer Extremismus und Flemming Ipsen, Referent für Rechtsextremismus und stellv. Leiter des Bereichs Politischer Extremismus, jugendschutz.net
2. Kooperatives Spielen in Games als demokratieförderliche Praxis
Auf Cubix, einem lebendig wachsenden Minecraft-Bildungsserver, wird kooperatives Spielen zum Reallabor für Demokratie – zu einem sicheren Raum, in dem Kinder und Jugendliche gemeinsam Regeln aushandeln, Verantwortung übernehmen und Selbstwirksamkeit erfahren. Das Themenforum bietet praxisnahe Einblicke und lädt zum Austausch darüber ein, wie eine positive Gruppenkultur entstehen und mit Konflikten, Fehlern und den Herausforderungen digitaler Zusammenarbeit umgegangen werden kann.
Brigitta Wortmann, Wortmann Medienwerkstatt und Cedric Spitzer aka Fruxz, Software-Entwicklung und IT
3. Digital Streetwork: Sozialarbeit im digitalen Raum
Digitale Räume sind längst ein zentraler Bestandteil der Lebenswelt junger Menschen. Und damit auch ein wichtiger Ort für Sozialarbeit und Prävention. Doch wie lässt sich professionelle Soziale Arbeit im digitalen Raum konkret gestalten? Welchen Beitrag kann Digital Streetwork leisten, wenn es um die Prävention von Radikalisierung, Menschenfeindlichkeit und antidemokratischen Einstellungen geht?
Das Themenforum gibt Einblicke in den Ansatz des Digital Streetwork der Amadeu Antonio Stiftung und zeigt, wie professionelle Soziale Arbeit auf digitalen Plattformen praktisch umgesetzt werden kann. Im Mittelpunkt stehen dabei die sozialarbeiterische Haltung, niedrigschwellige Kontaktaufnahme und Beziehungsarbeit sowie die Möglichkeiten und Grenzen digitaler Präventionsarbeit. Anhand konkreter Fallvignetten aus der Praxis wird veranschaulicht, wie Digital Streetwork arbeitet, mit welchen Situationen Fachkräfte konfrontiert werden und welche Handlungsmöglichkeiten sich daraus ergeben.
Jerome Trebing, Sozialarbeiter, Soziologe und Digital Streetworker, Amadeu Antonio Stiftung
13:15 Uhr
Abschlussgespräch mit Publikumsbeteiligung
Demokratische Potenziale und Resilienz im digitalen Raum stärken
mit den Referent*innen der Fachkonferenz
13:45 Uhr
Ende der Veranstaltung
(Programmänderungen vorbehalten.)
Anmeldung